Montag, 30. April 2018

Begegnungen beim Pilgern über den Lilienstein

Am 28. April trafen sich neun Teilnehmer am Bahnhof Königstein zum Pilgertag, um den etwa 13 Kilometer langen Rundweg über den Lilienstein zu bewältigen.

Nach der Fährüberfahrt ging es steil bergan. In unmittelbarer Nähe vom Ortsteil Ebenheit mit einem sehr schönen Blick auf die Festung Königstein gab es einen ersten geistlichen Impuls. Gebhard Gläser hatte hierfür das Thema „Leben ist Begegnung“ gewählt.

Diese Aussage von Martin Buber weist darauf hin, dass der Mensch nicht zum Einzelwesen bestimmt ist, sondern auf Beziehungen und Begegnungen hin angelegt ist. Im Schöpfungsbericht bekommt das erste ICH ein DU, damit sie zusammen ein WIR bilden. Es ist etwas Wunderbares, gelungene Begegnungen zu erfahren. Sie zu erleben, ist ein Geschenk. Das gilt im Besonderen für die Begegnung mit Gott und uns Menschen, wo Gott ruft und der Mensch antwortet und auch umgekehrt.

Nach einer Zeit der Stille für die persönliche Betrachtung ging es im Schweigen weiter bis zum Anstieg auf den Lilienstein. Über Wurzeln, Sandsteine, Stufen und Eisentreppen erreichten alle das Plateau des Liliensteins und genossen nach den Anstrengungen die wunderbare Aussicht auf Felsgruppen und Berge der Sächsischen Schweiz – und das alles bei schönstem Sonnenschein!

Nach einer gemeinsamen Mittagspause mit Verpflegung aus dem Rucksack führte der Nordabstieg hinunter zu einem bequemen Wanderweg. Auf einer Wiesenfläche hielt Ilona Gläser den zweiten geistlichen Impuls. Sie ließ alle noch einmal auf das Osterfest zurückblicken. Die Nachricht, dass Jesus lebt, hat die Menschen auf ganz besondere Weise beWEGt. Das wird deutlich in der Emmausgeschichte. Jesus begegnet den Emmausjüngern auf ihrem Weg und findet einen Zugang zu ihnen. Mitten hinein in ihre Traurigkeit gibt er neue Hoffnung. Er holt die Menschen da ab, wo sie gerade stehen. Die Erfahrung der Jünger will uns Mut machen, dass wir uns beWEGen.

In der persönlichen Betrachtungszeit konnten die Teilnehmer über folgende Fragen nachdenken:

  • Rechne ich mit Gottes Begleitung auf allen meinen Wegen?
  • Entdecke ich seine Nähe in Menschen, die mir etwas Wichtiges für mein Leben zu sagen haben?

Nach der Besinnungszeit ging es im Schweigen weiter in Richtung Lottersteig und Lotterhütte. Auf dem Wanderweg von Rathen nach Halbestadt gab es eine kurze Dankandacht und alle blickten auf den Pilgerweg, die Impulse und die guten Gespräche untereinander zurück. Ein Segensgebet und das Vaterunser sowie das Lied „Lasst uns dem Leben trauen, weil Gott es mit uns lebt“ (Text nach Pater Alfred Delp SJ) beendeten die Andacht.

Hier ein kleines Fazit, das den Tag wunderbar zusammenfasst: „Es war ein sehr schöner Pilgertag, alles war stimmig – das Wetter, die Wegstrecke, die Impulse, die Gruppe, die Gespräche, letztendlich auch die Anstrengungen und Schweißperlen auf der Stirn beim Aufstieg zum Plateau des Liliensteines.“

Beim Abschied in Königstein war daher die Devise: Bis zum nächsten Pilgertag am 3. Oktober!