Dienstag, 07. Juni 2022

Exerzitien – ein großes Geschenk

Bruder Rogoß verlässt Haus HohenEichen nach 21 Jahren

Wenn Bruder Rogoß heute, am 7. Juni Dresden und Haus HohenEichen verlässt, geht auch eine Ära zu Ende. Über 20 Jahre war er hier. Hat als Bruder, als „Koadjutor“, als Helfer gewirkt, sich liebevoll um die Apfelbäume und den Wein gekümmert.

Er hilft bei der Pflege der Wege und dass die Schafe nicht verdursten. Bringt mir jede Woche die Kirchenzeitung ins Büro, kümmert sich um die Vorbereitung der Mahlzeiten in der Kommunität. Und um vieles Andere – wie gute Geister das so machen. Bruder Rogoß versteht seine Arbeit als Unterstützung der Exerzitien im Haus HohenEichen. „Exerzitien – das ist etwas Wichtiges und Grundlegenes bei den Jesuiten, ein ganz großes Geschenk. Jedes Jahr, wenn ich Exerzitien mache, vertieft sich der Weg zu Gott. Und ich werde mit Erfahrungen beschenkt, von denen ich noch lange zehre.“ sagt er im Gespräch.

1961 ist Bruder Rogoß ins Noviziat eingetreten. Davor lag eine, gemessen an der jetzt zu Ende gehenden Zeit, kurze Zeit des Suchens. Auf die Idee gekommen, sich für das Ordensleben zu entscheiden ist er durch eine Schulstunde bei einer Vertretungslehrerin. Diese hatte in der Stunde von der Begegnung eines Muslim mit einem Christen im Orient erzählt. „Ein Moment, der mein Leben entscheidend prägen sollte.“ Und dann begab sich Bruder Rogoß auf die Suche nach dem „richtigen“ Orden. Bis er ein Gespräch mit dem damaligen Novizenmeister der Jesuiten geführt hatte. „Exerzitien sah ich für etwas sehr Bedeutendes. Und dann meinte der Novizenmeister: ‚Na, dann komm doch zu uns!‘“ Und das tat Bruder Rogoß vor über 60 Jahren. Er sieht sich mit seiner Berufung als Jesuit reich beschenkt. Vor allem jetzt im Rückblick auf die Jahre in Haus HohenEichen.

Und selbstverständlich macht er jedes Jahr Exerzitien. Sie sind nicht nur eine zum Ordensleben gehörende „Pflicht“, sondern ihm eine sehr wichtige und liebe Zeit. Gesundheitlich geht es nicht mehr volle acht Tage, aber fünf bis sieben auf jeden Fall noch. Und im vorletzten Jahr feierte er seinen 80. Geburtstag während der Wanderexerzitien. Und im letzten Jahr sein 60., sein diamantenes Ordensjubiläum? Während der Exerzitien – wann sonst?

Haus HohenEichen verliert einen großen Exezitienfreund – und seine neue Heimat Berlin-Kladow gewinnt einen großen Exerzitienfreund, an einem ebenfalls guten Ort für Exerzitien.

Wir wünschen Bruder Rogoß alles Gute an seiner neuen Wirkungsstätte und danken ihm für seinen unermüdlichen Einsatz für Gott und die Welt.